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Do, 25.8.11, 21:00 Uhr [Video- und Audioinstallation]

demo_lition

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Auf Französisch und Englisch heißt rückbauende Zerstörung von Gebäuden ‚demolition’. Der Ursprung des Wortes ist Lateinisch, 'De' meint eine Umkehrung, eine Negation. Das Verb 'moliri' bezeichnet 'aufbauen’ und enthält das Wort 'moles', was 'Masse' bedeutet. Insofern wird eine Entmaterialisierung verschränkt mit einer Umkehrung der Zeit – des Aufbaus. Diese Bedeutungen ähneln dem, was filmische Aufzeichnung neurophysiologisch real vollbringt und das digitale Medium durch Speicherung und Umrechnungen inzwischen simulativ weitergeführt hat.

Heute im Zuge städtebaulicher Nachverdichtung und Gentrifizierung bieten die zahlreichen und wiederkehrenden Abrisse vielen Passanten ein Spektakel, von dem sie sich kaum losreißen können. Eine oft vorgetragene Befriedigung über die gerade beobachtete präzise Zerstörung in Bewunderung der unwahrscheinlichen Kraft der Abrissgeräte verdient ebenso Beachtung wie ein fast sprachloses, gebanntes Entsetzen vor dem Anblick des Rückbaus. Ein energischer kollektiver Protest erscheint eher als Ausnahme.

Die Video- und Audioinstallation ‚demo_lition’ will ausgehend von Aufnahmen von Abrisstätigkeiten in Hamburg und anhand von 4 Interviews mit Personen, die von Abrisstätigkeiten betroffen sind oder diese ausüben, hier filmisch und situativ weiterdenken...

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